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Die Versöhnung der Ökonomie mit sozialen und ökologischen Erfordernissen?
Datum
22.05.2012
Uhrzeit
17:00 - 20:30
Department
Press, Communication and Marketing Office
Beschreibung
Lecture ohne Simultanübersetzung von Prof. Susanne Elsen von der Fakultät für Bildungswissenschaften in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsförderungsinstitut

Vor 40 Jahren hat der Club of Rome, eine Denkwerkstatt mit einflussreichen Persönlichkeiten aus der Welt der Wissenschaft, der Politik, der Wirtschaft und dem kulturellen Leben die vielbeachtete Studie „Die Grenzen des Wachstums“ veröffentlicht. Damit wurde eine breite Diskussion zum überaus erfolgreichen Modell der Marktwirtschaft ausgelöst, das in der Nachkriegszeit dank großer Produktivitätsfortschritte und damit verknüpfter Lohn- und Kaufkraftsteigerungen einen ungeahnten Anstieg des Wohlstands bewirkt hatte. Der Zusammenbruch des Kommunismus und die dann erfolgte Ausweitung der Produktions- und Absatzmärkte haben diese Diskussion eingebremst und vor allem die politische Umsetzung der zentralen Erkenntnis verzögert, dass in unserer kleinen Welt mit endlichen Ressourcen Maßhalten das Gebot der Stunde ist, wenn wir einen ökologischen Kollaps vermeiden wollen.
Heute stehen wir im mitten Zeitalter der Globalisierung, die seit den 90er Jahren Länder und Produktionsstandorte auf der ganzen Welt so intensiv verflochten  hat, dass diese nur mehr einen Mouseclick von einender entfernt sind. Wir wissen um die Folgen und Herausforderungen, die eine nur dem Wachstum verpflichtete Entwicklungspolitik global und lokal bewirkt. Ein Umbau des gängigen Wirtschaftsparadigmas scheint unumgänglich, um die Ökonomie mit sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit zu versöhnen. Ein wichtiger konzeptueller Ansatz hierfür ist die Gemeinwohlökonomie. Damit wird ein Wirtschaftsmodell bezeichnet, das dem Profit den Indikator der „Gemeinwohlbilanz“ gegenüberstellt.  Volkswirtschaftlich werden die Interessen der Allgemeinheit höher angesehen als das Gewinnstreben Einzelner. Vertrauen, Sicherheit und Wertschätzung und das Eingebundensein in die Gemeinschaft als nicht materielle Werte erhalten eine gesellschaftstragende Bedeutung, die auch im unternehmerischen Handeln eine neue Ethik der  Gemeinwohlbindung begründen soll. Ansätze hierfür werden in neuen Pilotprojekten auch in Südtirol entwickelt. Dass unser Land ein guter Boden für am Gemeinwohl ausgerichtete unternehmerische Modelle ist, beweisen mit den landwirtschaftlichen und den Konsumgenossenschaften historische Beispiele  von großer praktischer Bedeutung.


Ort
Raum C2.06, Universitätsplatz 1, Bozen
Kontaktperson
Susanne Singer
E-Mail Kontakt
office@afi-ipl.org, 0471-061959
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