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#unibzcareers: Alle Wege führen nach Wolfsburg

Derzeit in der Konzernzentrale in Wolfsburg tätig, hat Procurement Officer Philipp Piazzi bereits einige Etappen im VW-Konzern durchlaufen: „Ein Karrierebaustein war sicher die unibz."

Wir erreichen Philipp Piazzi während seines Urlaubs in Südtirol, er ist auf dem Sprung in Richtung Klettersteig, am Abend steht ein Aperitif mit Freunden auf dem Programm. „Den Südtiroler Lifestyle vermisse ich an meinem derzeitigen Arbeitsort Wolfsburg schon sehr.“ Der aus Tret/Fondo im Trentino stammende Philipp Piazzi hat an der unibz sowohl seinen Bachelor- als auch ein Masterprogramm absolviert. Da liegt es nahe, nach den Beweggründen zu fragen: „Ursprünglich hatte mich vor allem die Dreisprachigkeit dazu bewogen, mich für den Bachelor in Wirtschaft und Management zu bewerben. Als später die neuen Masterstudiengänge in Unternehmensführung und Innovation eingeführt wurden, wollte ich mich auf diese zukunftsorientierten Themen spezialisieren“, erinnert er sich. Sowohl die Internationalität der in Italien zu den kleinen Universitäten zählenden Universitäten als auch das hervorragende Verhältnis Professoren/Studierende waren ein weiterer Beweggrund dafür, dass der heute 30-Jährige seine gesamte Universitätskarriere in Bozen absolviert hat.

Bereits während des Studiums hat Philipp Piazzi selbständig einzelne Marketingaktivitäten wie Umfragen und Kundenzufriedenheitsanalysen für Skigebiete durchgeführt und sich so ein gutes Netzwerk aufbauen und erste Einblicke in die Arbeitswelt erhalten können. Maßgeblicher Baustein während seiner Universitätskarriere stellten jedoch die zwei 6-monatigen Praktika dar, die auch Top-Universitäten wie Bocconi, mit deren Absolventen man oft bei Bewerbungen konkurriert, in dieser Form nicht aufweisen konnten. Seit 2015 ist er im VW-Konzern tätig und hat nach Verona und dem englischen Milton Keynes nun den zweiten Standortwechsel vollzogen. Derzeit arbeitet er in der Konzernzentrale in Wolfsburg. Aber auch in den vergangenen Jahren hat Piazzi die Möglichkeit, andere Standorte in unterschiedlichen Ländern beruflich zu besuchen, wahrgenommen. 

Im Gespräch wird klar, welche Anforderungen ein Konzern mit Niederlassungen in der ganzen Welt, 600.000 Mitarbeitern und weltweit bekannten Markengrößen wie Audi, Porsche, Lamborghini und VW in sich vereint. „Allein die drei Marken in Deutschland – VW in Wolfsburg, Audi in Ingolstadt und Porsche in Stuttgart – umfassen knapp 200.000 Mitarbeiter.“ Sich dabei einen Überblick in seinem spezifischen Bereich zu verschaffen stellte eine Herausforderung dar. „Dabei haben mir sicher die ersten Arbeitsetappen an den Außenstandorten Verona und Milton Keynes maßgeblich geholfen.“ Doch Philipp ist sich bewusst, dass die ganz große Karriere im Konzern jenen vorbehalten ist, die einige Jahre an Standorten wie Brasilien, Mexiko oder China verbringen, „das ist sicher ein Ziel für mich.“ Im Konzern selbst führen alle Wege nach Wolfsburg, und dort konzentriert sich der Absolvent der unibz derzeit auf Digitalisierungsprojekte, um die Beschaffungssysteme für die Zukunft neu zu gestalten.

Darauf angesprochen, was ihm in den einzelnen Ländern besonders gefallen hat, so streicht Piazzi für England die Internationalität des Landes hervor, für Deutschland die Organisation im öffentlichen Leben. „Während des Lockdowns zum Beispiel war ich bereits in Deutschland tätig und habe die Zeit im Homeoffice genossen. Viele Unternehmen werden aus dieser Zeit neue Modelle für die Zukunft entwickeln, denn die Produktivität ist hoch geblieben und ich hoffe, dass in Zukunft mehr Möglichkeiten geboten werden, von zu Hause aus zu arbeiten.“ 

Mit Blick auf die Zukunft kann sich Philipp Piazzi gut vorstellen, irgendwann nach Südtirol zurückzukommen. „Obwohl ich ursprünglich aus dem benachbarten Trentino stamme, habe ich die meiste Zeit meiner Kindheit und Jugend in Südtirol verbracht, weswegen es immer meine Heimat bleiben wird. Momentan bin ich jedoch für den VW- Konzern international tätig, und das ist auch gut so.“ Wie viele Südtiroler im Ausland blickt er begeistert auf eine Region, die in Sachen ausgewogene Work-Life-Balance ausgezeichnet dasteht. „Zudem gibt es viele interessante Unternehmen in Südtirol, Weltmarktführer in ihrem spezifischen Sektor, daher könnte ich mir eine Zukunft in späteren Jahren sehr wohl wieder in dieser schönen Region vorstellen.“
(vic)