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Libera Università di Bolzano

Zukunftskompetenzen für einen grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt

KI, Digitalisierung und die Arbeitswelt von morgen: Darüber diskutierten Expertinnen und Experten am 28. August m Rahmen der Euregio Days des European Forum Alpbach 2026.

Unter dem Motto „How Europe Wins“ wurden im Rahmen des European Forum Alpbach Europas drängendste Fragen, Herausforderungen und Chancen diskutiert. Der Panel- und Fishbowl-Diskussion richtete den Blick dabei auf eine konkrete regionale Herausforderung: die Entwicklung von Kompetenzen für einen zunehmend digitalen und dynamischen Arbeitsmarkt.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Erkenntnis, dass sich die Anforderungen an Arbeitnehmer:innen grundlegend verändern. Künstliche Intelligenz und Digitalisierung werden nicht nur einzelne Tätigkeiten automatisieren, sondern Arbeitsabläufe und Berufsbilder insgesamt modifizieren. Gleichzeitig gewinnen jene Fähigkeiten an Bedeutung, bei denen menschliche Kompetenzen auch in einer zunehmend von KI geprägten Arbeitswelt eine zentrale Rolle spielen: kritisches und interdisziplinäres Denken, Kommunikation, Zusammenarbeit, interpersonelle Kompetenzen, Problemlösung und die Fähigkeit, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.

„Wenn es automatisiert werden kann, wird KI es tun. Der menschliche Vorsprung: Zusammenhänge erkennen, bessere Fragen stellen, motivierte Teams.“ Mit diesem Statement brachte Peter Mirski, Chief Information Officer des Management Center Innsbruck (MCI), einen zentralen Gedanken der Diskussion auf den Punkt: Der Umgang mit Künstlicher Intelligenz wird zunehmend Teil des beruflichen Alltags. Entscheidend wird daher nicht nur das technische Wissen sein, sondern die Fähigkeit, unter unsicheren Bedingungen Entscheidungen zu treffen, KI sinnvoll einzusetzen, Ergebnisse kritisch zu hinterfragen und Technologie mit menschlicher Expertise zu verbinden.  

Janette Walde, Vizerektorin für Lehre und Studierende der Universität Innsbruck, unterstrich außerdem, dass diese Entwicklung für die Hochschulen bedeutet, Bildung stärker als kontinuierlichen Prozess zu verstehen. Neben klassischen Studienangeboten gewinnen aus ihrer Sicht flexible und interdisziplinäre Bildungswege, modulare Lernangebote, Micro-Credentials und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens an Bedeutung. Wichtig sei dabei, Studierenden jene Kompetenzen mitzugeben, die es ihnen ermöglichen, auch während ihres Berufslebens auf neue Anforderungen zu reagieren und sich immer wieder weiterzuentwickeln.

Patrizia Stoizner, Vizerektorin für Forschung und Internationales an der Medizinischen Universität Innsbruck, unterstrich die Bedeutung der europäischen Zusammenarbeit: „European University Alliances sind eine wichtige Bildungsplattform, um jene Zukunftskompetenzen zu entwickeln, die der europäische Arbeitsmarkt braucht. Sie tragen dazu bei, die nächste Generation von Wissenschaftler:innen, Ärzt:innen und Gesundheitsfachkräften auszubilden, indem sie Bildung, Forschung, Innovation und internationale Zusammenarbeit in Europa miteinander verbinden.“

Rektor Flavio Deflorian von der Università di Trento plädierte in diesem Zusammenhang für einen Perspektivwechsel im Verständnis der Rolle der Universität. Hochschulen müssten sich vom Fokus auf die reine Vermittlung von Fachwissen lösen und stärker jene methodischen Grundlagen schaffen, die Studierende befähigen, sich auch in neuen Situationen zurechtzufinden. Dazu zählt für Rektor Deflorian insbesondere ein reflektierter und bewusster Umgang mit Informationen. Hochschulbildung müsse damit stärker auf Orientierung und Urteilsfähigkeit als auf reines Faktenwissen ausgerichtet sein.
Auch die grenzüberschreitende Perspektive spielt dabei eine zentrale Rolle. Marco Baratieri, Prorektor für Lehre der Freien Universität Bozen-Bolzano, betonte die Bedeutung von Anpassungsfähigkeit, kritischem Denken und Zusammenarbeit. Für die Euregio kommt eine weitere strategische Kompetenz hinzu: Mehrsprachigkeit. „In einer grenzüberschreitenden Region wie der Euregio ist Dreisprachigkeit zudem eine strategische berufliche Kompetenz: Sie erleichtert die Mobilität, fördert den Dialog zwischen unterschiedlichen Kulturen und erweitert ganz konkret die Studien- und Berufsmöglichkeiten“.

In der anschließenden Fishbowl-Diskussion wurde der Dialog für das Publikum geöffnet. Die Diskussion bestätigte: Zukunftsfähigkeit entsteht im Zusammenspiel von Fachwissen, digitalen Kompetenzen, interpersonellen Fähigkeiten und der Bereitschaft zum kontinuierlichen Lernen. Gerade in der Euregio bietet die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Hochschulen und European University Alliances die Möglichkeit, diese Kompetenzen gemeinsam und europäisch zu entwickeln.

Die Veranstaltung wurde von der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino und ihren European University Alliances organisiert und setzte einen konkreten Akzent im Rahmen der Euregio Days des European Forum Alpbach.

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