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Freie Universität Bozen

Psychologie der Lebensphasen

Semester 2 · 51129 · Bachelor in Sozialarbeit · 12KP · IT · EN · DE


Der Kurs analysiert die psychologische Entwicklung über den gesamten Lebenszyklus hinweg, von Kindheit und Jugend bis ins Erwachsenenalter und ins hohe Alter. Der erste Teil stellt die wichtigsten theoretischen Modelle sowie die kognitiven, sprachlichen, emotionalen, sozialen und identitätsbezogenen Veränderungen vor, die Kindheit und Jugend prägen, und berücksichtigt dabei die Rolle von Familie, Bildung und sozialem Umfeld. Der Workshop untersucht die professionelle Beobachtung von Erziehungskompetenzen durch Sozialarbeiter, wobei der Fokus auf der Fähigkeit der Eltern liegt, Entwicklungsbedürfnisse zu erkennen und Betreuung, Schutz und Bildungsförderung zu gewährleisten. Der letzte Teil befasst sich mit Kontinuität und Wandel im Erwachsenenalter und im hohen Alter, dem physiologischen Altern, Gebrechlichkeit, Autonomie, familiären Beziehungen, Pflege, Wohlbefinden und Lebensqualität.

Lehrende: Livia Taverna, Yasmine Soraya Ortler

Vorlesungsstunden: 60
Laboratoriumsstunden: 20
Anwesenheitpflicht: Laut Studiengangsregelung

Themen der Lehrveranstaltung
Der Kurs untersucht die wichtigsten theoretischen und methodischen Perspektiven der psychologischen Entwicklung über die gesamte Lebensspanne. Besonderes Augenmerk liegt auf den kognitiven, sprachlichen, emotionalen, sozialen und identitätsbezogenen Veränderungen in Kindheit und Jugend, den Entwicklungsbedürfnissen sowie der Rolle von Risiko- und Schutzfaktoren in verschiedenen Lebenskontexten. Der Kurs befasst sich außerdem mit Erziehungskompetenzen und deren Beobachtung im professionellen Arbeitsumfeld der Sozialarbeit. Dabei werden die wichtigsten Beobachtungstechniken, Methoden zur Verhaltensdokumentation und mögliche Fehler in Beobachtungs- und Interpretationsprozessen betrachtet. Der letzte Abschnitt untersucht die psychologischen Veränderungen im Erwachsenenalter und im Alter unter Berücksichtigung physiologischer Alterungsprozesse, Gebrechlichkeit, Autonomie, sozialer und familiärer Netzwerke, Pflege, psychischem Wohlbefinden und Lebensqualität.

Unterrichtsform
Die Lehrveranstaltungen umfassen Vorlesungen, angeleitete Diskussionen, Fallstudien, die Analyse und Besprechung von Videomaterial, Einzelübungen und Gruppenarbeiten. Die aktive Teilnahme der Studierenden wird durch gezielte Fragen, Peer-Diskussionen, die Anwendung theoretischer Konzepte auf berufliche Situationen und die kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten gefördert. Im Workshop wird besonderes Augenmerk auf die Unterscheidung zwischen Beobachtung und Interpretation sowie auf die Formulierung begründeter Beurteilungen gelegt, die die Grenzen der beruflichen Rolle berücksichtigen.

Bildungsziele
Nach Abschluss des Kurses verstehen die Studierenden die wichtigsten Modelle der psychologischen Entwicklung in Kindheit, Jugend, Erwachsenenalter und Alter sowie kognitive, sprachliche, emotionale und soziale Veränderungen und die Bedeutung des jeweiligen Lebenskontexts. Sie verstehen außerdem die Dimensionen elterlicher Kompetenzen, die Ziele und Grenzen professioneller Beobachtung sowie die wichtigsten Risiko- und Schutzfaktoren. Sie können dieses Wissen anwenden, um individuelle und familiäre Situationen zu analysieren und dabei Entwicklungsbedürfnisse, Vulnerabilitäten und Ressourcen zu erkennen. Sie können Beobachtungskriterien und -instrumente auswählen, Informationen sammeln und strukturieren, Verhaltensbeschreibungen von ihren Interpretationen unterscheiden und elterliche Kompetenzen im Hinblick auf die Bedürfnisse des Kindes analysieren. Sie verstehen zudem die Auswirkungen des Alterns auf Autonomie, Gebrechlichkeit, Pflege, soziale Netzwerke und Lebensqualität. Die Studierenden können begründete Einschätzungen formulieren, verschiedene Informationsquellen integrieren und Beobachtungen und Schlussfolgerungen klar, angemessen und respektvoll kommunizieren. Schließlich entwickeln sie kritisches Reflexionsvermögen und die Fähigkeit zum selbstständigen Lernen – Kompetenzen, die für ihre berufliche Weiterentwicklung von Nutzen sind.

Art der Prüfung
Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen Test mit Multiple-Choice-Fragen und offenen Fragen, die alle drei Teile des Kurses abdecken.

Bewertungskriterien
Die Abschlussbewertung wird in Dreißigstelnoten ausgedrückt und setzt sich aus drei Komponenten zusammen, die entsprechend der den einzelnen Lehrveranstaltungen des integrierten Moduls zugeordneten Kreditpunkte gewichtet werden. Die Überprüfung der Lehrveranstaltungen Entwicklungspsychologie und Psychologie des Alterns erfolgt in Form einer schriftlichen Prüfung mit geschlossenen Multiple-Choice-Fragen und offenen Fragen. Die Bewertung des Labors zur Beobachtung elterlicher Kompetenzen umfasst zwei Komponenten: - eine schriftliche Ausarbeitung zu einem der im Unterricht vorgestellten und analysierten Fälle, die mit maximal 21 Punkten bewertet wird; - die aktive Teilnahme an den Aktivitäten des Labors, an Diskussionen und Gruppenarbeiten sowie an der Analyse von Videoaufnahmen und Fällen, die mit maximal 10 Punkten bewertet wird. Bei der Bewertung werden die Richtigkeit und Vollständigkeit der Antworten und der schriftlichen Ausarbeitung, die Argumentationsfähigkeit, die Kohärenz der Analyse sowie die angemessene Verwendung der Fachterminologie berücksichtigt.

Pflichtliteratur

L. Barone (a cura di), Manuale di psicologia dello sviluppo, nuova edizione, Carocci, 2019.

Whitbourne, S. K., & Whitbourne, S. B. (2025). Adult Development and Aging: Biopsychosocial Perspectives (8th ed.). Wiley.

Bornstein, M. H. (Ed.). (2019). Handbook of Parenting (3rd ed.). Routledge. 

Oerter, R. & Montada, L. (Hrsg.) (2008). Entwicklungspsychologie (6. Auflage). Weinheim: Beltz.



Weiterführende Literatur

Morganti, F. (2022). Psicologia dell’invecchiamento e qualità della vita. Salute, fragilità, demenze. Roma: Carocci.




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Ziele für nachhaltige Entwicklung
Diese Lehrtätigkeit trägt zur Erreichung der folgenden Ziele für nachhaltige Entwicklung bei.

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Modules

Semester 2 · 51129A · Bachelor in Sozialarbeit · 5KP · IT

Module A — Entwicklungspsychologie des Kinder- und Jugendalters

Die Lehrveranstaltung führt in die wichtigsten theoretischen Modelle und Forschungsergebnisse zur psychologischen Entwicklung vom Kindes- bis zum Jugendalter ein. Vertieft behandelt werden die kognitive, sprachliche, emotionale, soziale und moralische Entwicklung unter Berücksichtigung des Zusammenspiels zwischen individuellen Merkmalen, familiären Beziehungen sowie Bildungs- und sozialen Kontexten. Besonderes Augenmerk gilt den Entwicklungsaufgaben, den Risiko- und Schutzfaktoren, den individuellen Unterschieden und den Bedingungen von Vulnerabilität. Darüber hinaus werden die für das Jugendalter charakteristischen Veränderungen, die Identitätsentwicklung, die Beziehungen zu Gleichaltrigen sowie der Einfluss digitaler Lebenswelten thematisiert. Die Inhalte werden mit beruflichen Situationen verknüpft, in denen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter Kindern, Jugendlichen und Familien begegnen.

Lehrende: Livia Taverna

Vorlesungsstunden: 30
Laboratoriumsstunden: 0

Themen der Lehrveranstaltung
1. Zentrale Theorien und Methoden der Entwicklungspsychologie. 2. Kognitive, sprachliche, emotionale und soziale Entwicklung im Kindes- und Jugendalter. 3. Familienbeziehungen, Bindung, elterliche Kompetenzen und Bildungskontexte. 4. Entwicklung von Identität, Autonomie und sozialen Beziehungen im Jugendalter. 5. Risiko- und Schutzfaktoren, Vulnerabilität und Resilienz. 6. Bedeutung der Entwicklungspsychologie für die Arbeit von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern mit Kindern, Jugendlichen und Familien.

Unterrichtsform
Die Lehrveranstaltung findet online statt und kombiniert synchrone und asynchrone Lehr- und Lernaktivitäten, die der Vermittlung, Vertiefung und Diskussion der zentralen theoretischen Inhalte dienen. Die Lehrveranstaltungen werden durch Phasen des angeleiteten Austauschs, Aktivitäten zur Selbsteinschätzung des eigenen Lernprozesses sowie Diskussionen in Kleingruppen ergänzt, die mithilfe der auf der digitalen Plattform verfügbaren interaktiven Instrumente durchgeführt werden. Die aktive Beteiligung der Studierenden wird durch Fragen, kooperative Aktivitäten, Peer-Austausch und die kritische Auseinandersetzung mit den behandelten Inhalten gefördert.

Pflichtliteratur

L. Barone (a cura di), Manuale di psicologia dello sviluppo, nuova edizione, Carocci, 2019.



Semester 2 · 51129B · Bachelor in Sozialarbeit · 2KP · DE

Module B — Beobachtung elterlicher Kompetenzen für die Sozialberufe (LAB)

Die professionelle Beobachtung elterlicher Kompetenzen zählt zu den zentralen Aufgaben sozialarbeiterischen Handelns in unterschiedlichen Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe. Sie bildet die Grundlage für die Einschätzung familiärer Situationen, die Identifikation von Ressourcen, Risiko-und Schutzfaktoren, sowie Unterstützungsbedarfen sowie die Planung angemessener Unterstützungsmaßnahmen, insbesondere im Hinblick darauf, inwieweit die Eltern die Fürsorge, den Schutz, die gesundheitliche Versorgung, die Erziehung und die altersangemessene Förderung des Kindes gewährleisten können. Professionelles Beobachten erfordert die Fähigkeit, Beobachtungen von Interpretationen zu unterscheiden, Informationen aus unterschiedlichen Quellen systematisch zusammenzuführen und Einschätzungen fachlich zu begründen.

Lehrende: Yasmine Soraya Ortler

Vorlesungsstunden: 0
Laboratoriumsstunden: 20

Semester 2 · 51129C · Bachelor in Sozialarbeit · 5KP · EN

Module C — Psychologie des Alterns

Der Kurs befasst sich mit dem psychologischen Altern aus einer Lebensspannenperspektive und berücksichtigt dabei die Veränderungen, die den Menschen vom Erwachsenenalter bis ins hohe Alter betreffen. Analysiert werden Veränderungen der kognitiven Funktionen, der Emotionsregulation, der Identität, der Beziehungen und der sozialen Rollen, wobei die Vielfalt individueller Entwicklungsverläufe hervorgehoben wird.
Der Kurs vertieft das Zusammenspiel zwischen persönlichen Ressourcen, Gesundheitszustand, Lebensbedingungen und sozialer Teilhabe. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Autonomie, der Gebrechlichkeit und der Lebensqualität. Darüber hinaus werden die psychischen Folgen von Übergängen und Verlusten behandelt, die das höhere Lebensalter prägen können, ebenso wie die Rolle familiärer Netzwerke, pflegender Angehöriger und sozialer Dienste.
Die Inhalte werden im Hinblick auf die Tätigkeit von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern mit älteren Menschen und ihren Familien erörtert.

Lehrende: Livia Taverna

Vorlesungsstunden: 30
Laboratoriumsstunden: 0

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