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Freie Universität Bozen

Class-Room-Management

Semester 1-2 · 83008 · Universitärer Lehrgang für die Grundausbildung der Lehrpersonen für die Mittel- und Oberschule in deutscher Sprache - 60KP · 1KP · DE


Die Lehrveranstaltung vermittelt psychologische Grundlagen und evidenzbasierte Kernstrategien einer effektiven Klassenführung im Sekundarbereich. Basierend auf aktueller Standardliteratur fokussiert der Kurs auf die Prävention, Intervention und Beziehungsarbeit. Die Theorie wird direkt mit der eigenen Schulpraxis verzahnt. Die Teilnehmenden reflektieren ihre Führungsrolle, erlernen Werkzeuge zur Störungsreduktion und entwickeln Strategien für ein lernförderliches, beziehungsorientiertes Klassenklima in Mittel- und Oberschulen.

Lehrende: Milvia Cottini

Vorlesungsstunden: 6
Laboratoriumsstunden: 0
Anwesenheitpflicht: Laut Studiengangsregelung

Themen der Lehrveranstaltung
Der Kurs gliedert sich in drei Kernbereiche: Prävention: Die Basis effektiver Klassenführung nach Jacob Kounin und deren empirische Evidenz; Etablierung von transparenten Regeln, Routinen und Ritualen im Sekundarbereich; präventive Unterrichtsgestaltung. Intervention: Das Prinzip der minimalen Intervention (Störungen diskret und ohne Unterrichtsabbruch auflösen); Umgang mit akuten Konfrontationen und Vermeidung von Machtkämpfen im Jugendalter; Verhaltenssteuerung durch logische Konsequenzen statt emotionaler Strafen. Beziehung: Autoritativer Erziehungsstil in der Schule (Führungskompetenz gepaart mit hoher Wertschätzung); Beziehungsaufbau zu "schwierigen" Jugendlichen und die Bedeutung der sozialen Eingebundenheit für den Lernerfolg; Lehrperson als Führungskraft (Rollenklarheit, Präsenz und professionelle Nähe-Distanz-Regulierung).

Unterrichtsform
Vortrag mit medialer Unterstützung, vertiefende kurze Gruppenarbeiten, Fallstudien

Bildungsziele
Wissen und Verstehen Die Studierenden... verstehen Klassenführung als multidimensionalen, präventiven Prozess und kennen die zentralen Merkmale wirksamen Unterrichts- und Klassenmanagements. kennen die psychologischen Mechanismen von Unterrichtsstörungen sowie die Dynamiken von Machtkämpfen und Eskalationen im Klassenzimmer. verstehen die Bedeutung einer professionellen Lehrer-Schüler-Beziehung als Voraussetzung für kognitives Lernen und psychosoziales Wohlbefinden. Anwenden von Wissen und Verstehen Die Studierenden sind in der Lage... präventive Strukturen (Routinen, Regeln) für die eigene Altersgruppe in der Mittel- oder Oberschule zu konzipieren und einzuführen. im Falle von Unterrichtsstörungen flexibel und deeskalierend mittels minimaler Interventionen zu reagieren, um die Lernzeit der Klasse zu maximieren. Urteilen Die Studierenden können... ihr eigenes Führungs- und Interventionsverhalten in kritischen Unterrichtssituationen kriteriengeleitet analysieren und auf seine psychologische Wirksamkeit hin überprüfen. Störungen im Unterricht distanziert betrachten, statt sie als persönlichen Angriff zu werten, und situativ angemessene Handlungsalternativen auswählen. Kommunikative Fähigkeiten Die Studierenden sind in der Lage... gegenüber Jugendlichen auch in Konfliktsituationen konsequent und wertschätzend zu kommunizieren. Regeln und Konsequenzen im Klassenzimmer klar, transparent und unmissverständlich zu vermitteln. Lernfähigkeit Die Studierenden... entwickeln die Fähigkeit zur kontinuierlichen kollegialen Reflexion (z. B. durch Fallberatung) bezüglich herausfordernder Gruppendynamiken in ihren Klassen.

Art der Prüfung
Schriftliche Fallanalyse (Open-Book-Format): Die Leistungsbewertung erfolgt über eine praxisorientierte, schriftliche Fallanalyse. Den Teilnehmenden wird ein konkretes, praxisnahes Szenario aus dem Schulalltag vorgelegt, das typische Herausforderungen des Klassenmanagements darstellt. Die Aufgabe besteht darin, diesen Fall auf der Basis der im Kurs erarbeiteten theoretischen Modelle und präventiven/interventionellen Strategien zu analysieren und begründete, handlungsorientierte Lösungsvorschläge für die Praxis zu entwickeln. Da der Fokus auf dem Transfer und der Reflexion liegt, sind alle Kursunterlagen während der Prüfung zugelassen. Elektronische Geräte mit Internetzugang sind nicht erlaubt.

Bewertungskriterien
- Analytische Kompetenz: Korrekte Identifikation der Kernprobleme und Störfaktoren im vorgelegten Fall. - Theorie-Praxis-Transfer: Sinnvolle und korrekte Anwendung der im Kurs besprochenen Konzepte und Fachbegriffe auf das Szenario. - Handlungsorientierung: Realistischer und pädagogisch sinnvoller Nutzen der vorgeschlagenen Lösungsansätze für den Südtiroler Schulkontext. - Formale Klarheit: Strukturierte, nachvollziehbare und präzise Argumentation.

Pflichtliteratur

Klaffke, T. (2023). Klassen führen–Klassen leiten: Beziehungen, Lernen, Classroom Management. Klett/Kallmeyer. 



Weiterführende Literatur
  • Eichhorn, C. (2008). Classroom-Management: Wie Lehrer, Eltern und Schüler guten Unterricht gestalten. Klett-Cotta. 
  • Haag, L. (2018). Kernkompetenz Klassenführung. Verlag Julius Klinkhardt. 



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Ziele für nachhaltige Entwicklung
Diese Lehrtätigkeit trägt zur Erreichung der folgenden Ziele für nachhaltige Entwicklung bei.

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