Skip to content

Freie Universität Bozen

Von der Theorie zur Praxis: partizipative Methoden für die Gestaltung öffentlicher Politik

Semester 1 · 89204 · Studium Generale - Grundkurs · 3KP · IT · EN · DE


Einleitung: Von der Theorie zur Praxis im partizipativen Policy Design
Öffentliche Beteiligung, Co-Design und Stakeholder-Einbindung
Partizipative Methoden zur Ermittlung öffentlicher Probleme
Erhebung und Zusammenführung von Erkenntnissen: Umfragen, Interviews, Arbeitsgruppen und qualitative Daten

Lehrende: Stefania Baroncelli, Benedetta Carlotti, Giulio Rivellini

Vorlesungsstunden: 18
Laboratoriumsstunden: 0
Anwesenheitpflicht: von

Themen der Lehrveranstaltung
Einleitung: Von der Theorie zur Praxis im partizipativen Policy Design Bürgerbeteiligung, Co-Design und Einbindung von Interessengruppen Partizipative Methoden zur Identifizierung öffentlicher Probleme Erhebung und Integration von Belegen: Umfragen, Interviews, Arbeitsgruppen und qualitative Daten Das Beispiel der Nachtwirtschaft in Bozen: Akteure, Probleme, Konflikte und Prioritäten Umwandlung von Erkenntnissen und Partizipation in politische Empfehlungen Kommunikation der Ergebnisse, öffentliche Rückmeldung und Rechenschaftspflicht Rechtlich-administrativer Rahmen: Kompetenzverteilung und Regelungsbefugnisse, institutionelle Rahmenbedingungen und Verwaltungsinstrumente. Partizipation in der EU und europäische Projekte (New European Bauhaus, Community-led Local Development) Partizipation auf Landes- und Regionalebene sowie in den europäischen Regionen (in der Euregio).

Unterrichtsform
Präsenzunterricht an der unibz; eventuelle Aktivitäten in der Stadt oder im Labor sind noch festzulegen. Mögliche Online-Unterstützung bei Materialien und Koordination. Kurze Vorlesungen, moderierte Diskussionen, Fallanalysen, Übungen in kleinen Gruppen, Anwendungsworkshop zum Fallbeispiel der Nachtwirtschaft in Bozen, Lektüre ausgewählter Materialien und kurze abschließende Projektarbeit. Vorläufiger Ablauf: 9 Sitzungen à 2 Stunden. Sitzungen 1–5: Partizipative Methoden und Anwendungsfall, Benedetta Carlotti. Sitzungen 6–7: Rechtlich-verwaltungsrechtlicher Rahmen und Regulierungsinstrumente, Giulio Rivellini. Sitzungen 8–9: Vertiefung der europäischen Projekte, Stefania Baroncelli

Bildungsziele
Der Kurs wird von mehreren Dozenten gemeinsam gehalten und gliedert sich in drei Teilmodule: Dr. Benedetta Carlotti – Der erste Teil des Kurses führt die Studierenden in die wichtigsten partizipativen Ansätze für die Konzeption, Analyse und Bewertung öffentlicher Politik ein und verbindet dabei theoretische Grundlagen, methodische Instrumente und praktische Anwendungen. Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis der Konzepte von Partizipation, Co-Design, Stakeholder-Einbindung, Deliberation und Policy Design zu vermitteln, aber auch operative Kompetenzen zu vermitteln, die für die Gestaltung partizipativer Prozesse in städtischen und administrativen Kontexten nützlich sind. Als Anwendungsfall dient der gemeinsam mit der Stadt Bozen entwickelte Projektansatz zur Nachtwirtschaft, anhand dessen die Studierenden nachvollziehen können, wie der Weg von der Identifizierung eines öffentlichen Problems über die Datenerhebung bis hin zur Festlegung von Prioritäten und der Formulierung politischer Empfehlungen verläuft. Dr. Giulio Rivellini – Das zweite Modul bietet einen rechtlichen Rahmen für die institutionellen und normativen Vorgaben, die die im ersten Modul beschriebenen Maßnahmen regeln. Insbesondere befasst sich das Modul mit den staatlichen und landesrechtlichen Bestimmungen zur sogenannten geteilten Verwaltung und damit, wie diese für die Gestaltung öffentlicher Politik genutzt werden können. Prof. Stefania Baroncelli – Das dritte Modul befasst sich mit partizipativen Modellen in der EU und auf lokaler Ebene und analysiert Fallstudien europäischer Projekte wie „New European Bauhaus“ und „Community-Led Local Development“ in den Bereichen Nachhaltigkeit, Stadtplanung und Umwelt.

Bildungsziele und erwartete Lernergebnisse (zus. Informationen)
Fachliche Kompetenzen Wissen und Verständnis: Am Ende des Kurses sind die Studierenden in der Lage, die wichtigsten theoretischen Ansätze zur Bürgerbeteiligung und zur Politikgestaltung zu verstehen und dabei zwischen Konsultation, Co-Design, Deliberation, Einbindung von Interessengruppen und öffentlicher Rückmeldung zu unterscheiden. Zudem werden sie die Rolle des rechtlich-administrativen Rahmens, auch auf Ebene der Europäischen Union, bei der Festlegung des Handlungsspielraums der Stadtpolitik erkennen können. Fähigkeit zur Anwendung von Wissen und Verständnis: Die Studierenden werden in der Lage sein, grundlegende Instrumente zur Erfassung von Akteuren, Problemen und Prioritäten anzuwenden, einen einfachen partizipativen Prozess zu entwerfen, Erkenntnisse aus verschiedenen Quellen zu interpretieren und diese in realistische politische Empfehlungen umzusetzen. Überfachliche Kompetenzen / Soft Skills Eigenständige Urteilsbildung: Fähigkeit, Stärken und Grenzen partizipativer Prozesse kritisch zu bewerten, auch im Hinblick auf institutionelle und administrative Rahmenbedingungen. Kommunikationsfähigkeiten: Fähigkeit, ein öffentliches Problem, einen Vorschlag für einen partizipativen Prozess und eine politische Empfehlung einem Laienpublikum klar darzustellen. Lernfähigkeit: Fähigkeit, die erlernten Instrumente auf andere städtische oder administrative Fälle zu übertragen und dabei geeignete Quellen, Akteure und Methoden zu identifizieren.

Art der Prüfung
Projektarbeit und mündliche Präsentation, die gemeinsam mit der Klasse ausgearbeitet wird. Die Studierenden erarbeiten einzeln oder in kleinen Gruppen einen kurzen Anwendungsvorschlag für partizipatives Policy Design. Italienisch oder Englisch, nach Wahl des Studierenden oder der Gruppe, entsprechend dem zweisprachigen Charakter des Kurses.

Bewertungskriterien
Einheitliche Endnote. Schriftliche Projektarbeit: 60 %. Bewertet werden die Klarheit der Problemanalyse, die Angemessenheit des partizipativen Ansatzes, die konsequente Verwendung von Belegen, die Realitätsnähe der Empfehlungen und die Qualität der Argumentation. Mündliche Präsentation: 30 %. Bewertet werden die Kommunikationsfähigkeit, die Zusammenfassung, der Aufbau der Präsentation, die Angemessenheit der Sprache und die Fähigkeit, Fragen zu beantworten. Teilnahme an den Aktivitäten im Unterricht: 10 %. Bewertet werden der Beitrag zu den Diskussionen, die Zusammenarbeit in der Gruppe und die Fähigkeit, Theorie und Praxis miteinander zu verknüpfen. Eventuelle alternative Modalitäten für nicht teilnehmende Studierende können mit den Dozenten vereinbart werden.

Pflichtliteratur

Bobbio, L. (2004). A più voci. Amministrazioni pubbliche, imprese, associazioni e cittadini nei processi decisionali inclusivi. Edizioni Scientifiche Italiane.

 

Andorlini, C., & Pedretti, T. (a cura di) (2025). Apprendere, crescere, partecipare. Politiche giovanili territoriali in Italia e il caso dell'Alto Adige. Milano: Fondazione Giangiacomo Feltrinelli

 

S. Baroncelli, La democrazia partecipativa: lo slancio innescato dall’Unione europea. La politica di coesione, il New European Bauhaus e la CLLD (Community-led local development), su federalismi.it 




Als PDF herunterladen

Ziele für nachhaltige Entwicklung
Diese Lehrtätigkeit trägt zur Erreichung der folgenden Ziele für nachhaltige Entwicklung bei.

11 16 17

Infoanfrage