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FlyingBasket: Ein Start-up hebt ab - von der Basis unibz
Moritz and Matthias
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FlyingBasket: Ein Start-up hebt ab - von der Basis unibz

#unibzcareers: Ein eigenes Unternehmen zu gründen, ist der Traum vieler Absolvent*innen des Masterstudiengangs für Unternehmensführung und Innovation. Moritz Moroder hat ihn sich erfüllt.

 

Schnee, soweit das Auge reicht, ein Bergkamm und Baumwipfel im Hintergrund – und dann schließlich taucht in einer Kamerafahrt von oben das Produkt selbst auf: eine Drohne, und zwar nicht irgendeine. Schließlich muss die Multikopter-Drohne, die das junge Südtiroler Unternehmens FlyingBasket auf seiner Website vorführt, Lasten bis zu 100 Kilo und bald auch mehr transportieren. Entsprechend stattlich präsentiert sich das vierarmige Luftfahrzeug mit acht Rotoren und 70 Kilo Eigengewicht, das künftig laut Plänen des Landes Südtirol die 26 Südtiroler Schutzhütten im Landeseigentum mit Lebensmitteln und kleinem Transportgut beliefern sollte. 
Eine umweltfreundliche und kostengünstige Alternative zu Hubschraubern für den Transport von Nutzlasten in Berggebieten, auf Inseln und andere abgelegene Orte zu entwickeln: das war die Geschäftsidee der beiden unibz-Absolventen Moritz und Matthias Moroder (im Bild). Die Brüder aus Gröden hatten beide einen Bachelor an der Fakultät für Informatik der unibz absolviert; Moritz legte noch einen Master in Unternehmensführung und Innovation drauf. Ein ultimativer Booster für den Plan, ein eigenes Unternehmen zu gründen. „Eigentlich war ich damals schon seit Jahren freiberuflich aktiv, vor allem im Bereich Softwareprogrammierung“, erzählt der heutige CEO von Flying Basket. „Doch der Master war extrem hilfreich, um zu verstehen, wie man so eine Unternehmensgründung mit all ihren Facetten angeht.“ Bereits während sich Moritz an der unibz in Fächern wie Marketing für Start-ups, Projekt- und Innovationsmanagement oder Finanzen und Statistik schulte, bastelte er mit Matthias an der Geschäftsidee, die den Grödner Brüdern gekommen war, als sie 2015 bei einer Wanderung in den Dolomiten einen Helikopter beobachteten, der Lebensmittel zu einer Schutzhütte brachte. „Wir hatten uns bereits davor überlegt, etwas mit Drohnen zu machen, aber dann erkannt, dass der Markt bereits viel zu überheizt war“, erzählt Moritz. 
Drohne
60 Kilo Eigengewicht haben die Lastendrohnen von FlyingBaskets
Das gilt jedoch bis heute nicht für kommerziell eingesetzte Lastendrohnen. Ein Markt, den die beiden unibz-Absolventen bis heute teilweise neu schaffen. Allem voran dank der selbst entwickelten innovativen wie umweltfreundlichen Technologie: ihre Multikopter, die sich über gegenläufige Rotorbewegungen stabilisieren, verwenden ein rein elektrisches Antriebssystem sowie Batterien zur Energiespeicherung. Sprich, sie sind nicht laut, emittieren keine Abgase, und haben einen hohen Wirkungsgrad bei der Umwandlung von Batterieenergie in Antriebskraft. Damit schaffen sie heute schon für Warentransporte bis zu 100 Kilo eine schnelle und effiziente Alternative zu teuren Hubschraubertransporten. „Wir sind aber kein direktes Konkurrenzprodukt zum Hubschrauber-Transportdienstleister“, unterstreicht der CEO von FlyingBasket. Nicht zuletzt, weil die Lastendrohnen direkt von interessierten Unternehmen erworben werden – ob als Standardmodell oder maßgeschneiderte Drohne. 
In anderen Anwendungsbereichen erschließt FlyingBasket komplett neue Märkte. Wie zum Beispiel für den Energiekonzern Enel, mit dem das Unternehmen derzeit in Italien Demo-Flüge macht, damit die Lastendrohnen künftig in entlegenen Gegenden von Lateinamerika für den Bau von Stromleitungen eingesetzt werden könne. Neben dem Einsatzbereich Energie und Telekommunikation ist das aufstrebende Unternehmen mit seinen mittlerweile 14 Mitarbeitenden aus aller Welt auch stark in der Forstwirtschaft tätig. „In Bayern wurden beispielsweise gerade erste 2000 Baumsetzlinge in 20 Flügen im Rahmen einer Aufforstung möglichst nah an die Stellen transportiert, wo sie dann gepflanzt wurden“, erzählt Moroder. Je nach Bedarf und Situation prüft das Unternehmen mit den jeweiligen Kunden, wie der Transport möglichst effizient und umweltfreundlich gestaltet werden kann und bietet Schulungen an, damit die Drohnen dann eigenständig verwendet werden können. Neben dem Projekt Schutzhütten wollen die findigen Grödner Brüder im kommenden Jahr ihren Markt auch um urbane Gebiete erweitern. „Auch hier gibt es nicht nur im Bereich Telekommunikation, sondern auch in anderen Anwendungsbereichen, in denen heute mit Kränen gearbeitet wird, noch viele Einsatzmöglichkeiten“, so Moroder.
Bislang sind die beiden unibz-Absolventen im Bereich kommerzieller Lastentransporte mit Drohnen europaweit führend. „Es gibt zwar auch andere Anbieter, aber keiner ist mit den Flugautorisierungen so weit wie wir, darauf haben wir von Beginn an höchste Priorität gesetzt“, erzählt Moritz Moroder. Sein Traum vom eigenen Unternehmen hat sich erfüllt – und wie es derzeit aussieht, hat er das Potenzial, noch viel größer zu werden, als es sich die beiden Brüder ausgemalt hätten. 
(su)