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Freie Universität Bozen

Moroder across media, arts and communication
Moroder across media, arts and communication

Veranstaltungsart Präsenz-Veranstaltung

StandortRaum BX A0.50 | Regensburger Allee 16
Brixen
Info zum Veranstaltungsort

Dienststellen EDU Faculty

Kontakt Carlo Nardi
carloalessandro.nardi@unibz.it

10 Sep - 12 Sep 2026

Everybody calls me Giorgio: Moroder across media, arts and communication

Eine internationale Konferenz über Giorgio Moroders Lebenswerk und seinen Einfluss auf Musik und Kultur im Allgemeinen.

Veranstaltungsart Präsenz-Veranstaltung

StandortRaum BX A0.50 | Regensburger Allee 16
Brixen
Info zum Veranstaltungsort

Dienststellen EDU Faculty

Kontakt Carlo Nardi
carloalessandro.nardi@unibz.it

Die Lebensgeschichte und der berufliche Werdegang von Giorgio Moroder sind bemerkenswert und recht einzigartig: Er gehört einer sprachlichen Minderheit an, ist in einer Region aufgewachsen, die kulturell und geografisch weit von den wichtigsten Zentren der Musikindustrie entfernt ist, und hat keine formale musikalische Ausbildung genossen – und dennoch hat er es geschafft, einer der innovativsten und erfolgreichsten Musiker der Welt zu werden.
Diese Konferenz möchte Giorgio Moroders Rolle in der Musik und in den Medien näher beleuchten, aber auch allgemeinere, miteinander verknüpfte Themen wie Dance Music, Studioproduktion, Unternehmertum in der Kulturbranche, Filmmusik, Intermedialität und Remix-Kultur betrachten. Die Konferenz wird sich auch mit dem kulturellen Erbe, der Soziolinguistik und den Migrationsrouten in der Musik und Kunst befassen. Dabei wird Moroders Werdegang als Künstler, der im überwiegend ladinischsprachigen Val Gardena/Gröden/Gherdëina in Südtirol, Italien, geboren wurde und aufgewachsen ist, dann in Deutschland beruflich reifte und sich schließlich in den Vereinigten Staaten niederließ, ergründet.

Giorgio Moroder – From Here to Eternity
Er gilt als „Vater der Discomusik“, vor allem wegen seiner renommierten Arbeit mit Donna Summer und Pete Bellotte, doch waren seine Tätigkeitsfelder vielfältig: Er war Vorreiter bei der Verwendung von Synthesizern, Innovator der Dance Music, Produzent bedeutender Popstars, Komponist erfolgreicher Filmmusik (einige Beispiele: 12 Uhr nachts – Midnight Express, Ein Mann für gewisse Stunden, Flashdance, Die unendliche Geschichte, Top Gun – Sie fürchten weder Tod noch Teufel) sowie schuf er die Soundtracks für Mega-Sport-Events und spielte eine entscheidende Rolle bei der Wiederbelebung von Fritz Langs ikonischem Film Metropolis. Bis heute hat Moroder drei Oscars, vier Golden Globes und vier Grammy Awards gewonnen sowie mehr als einhundert Platinplatten erhalten.
Obwohl seine bekanntesten Werke aus den 1970er und 1980er Jahren stammen, blieb Moroder in der Folge oft hinter den Kulissen aktiv: Er komponierte 2002 den Soundtrack für Leni Riefenstahls letzten Film, schrieb Lieder für den trentinischen Männerchor Croz Corona, schuf Musik für Marken und Soundtracks für Kunstausstellungen, machte Sounddesign für die Automobilindustrie und startete eine neue Karriere als DJ.
Im Jahr 2013 nahm er mit Daft Punk den Song „Giorgio by Moroder“ auf, der ihn wieder ins Rampenlicht rückte. Seitdem hat er ein neues Studioalbum Déjà Vu mit Gästen wie Kelis, Charli XCX und Britney Spears produziert, den Soundtrack für die Fernsehserie Queen of the South komponiert und mit verschiedenen Künstler*innen (Duran Duran, Deutsch Amerikanische Freundschaft und The Weeknd) als Produzent oder Remixer zusammengearbeitet.
Moroders Songs haben weiterhin einen großen Einfluss auf die Musik der letzten Jahrzehnte, und er ist Teil des heutigen medialen Ökosystems. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: „Die unendliche Geschichte“ wurde in einer unvergesslichen Szene in Stranger Things gezeigt. Am 31. Dezember 2025, als die noch verbleibenden MTV-Musikkanäle weltweit abgeschaltet wurden, war „Together in Electric Dreams“ das letzte Video, das auf dem Sender MTV 80s gespielt wurde. Songs wie „Take My Breath Away“ und „Call Me“ gelten heute als Klassiker, während andere wie „I Feel Love“ und „Love To Love You Baby“ von Künstler*innen wie Beyoncé, Kylie Minogue, Madonna, No Doubt, Red Hot Chili Peppers und Timbaland gecovert und gesampelt wurden.
Neben seiner Rolle als Künstler wurde sein Name mit bemerkenswerten unternehmerischen Fähigkeiten in Verbindung gebracht, dank derer er zu einem besonderen Zeitpunkt der Geschichte die damals vielgepriesene Figur des innovativen und unabhängigen Künstlers als Unternehmer verkörpern konnte.

Themen der Konferenz
Diese Konferenz soll die führende Rolle von Moroder in der Musikgeschichte und in verschiedenen Prozessen sowie die bis zur Gegenwart anhaltenden Auswirkungen untersuchen. Kann man heute noch sagen, dass Moroders Sound damals der Sound der Zukunft war, wie Brian Eno es angeblich zu David Bowie über „I Feel Love“ sagte? Wenn ja, was sagt diese Anekdote darüber aus, wie wir die Vergangenheit und die Gegenwart in Bezug auf musikalische Kreativität und Aktualität interpretieren?
Angesichts dieser (und anderer) Fragen sind neben Vorträgen zu verschiedenen Aspekten von Moroders Leben und Werk auch Beiträge willkommen, die sich mit dem Kontext befassen, in dem er wirkte oder den er beeinflusste. Wir schlagen vor, dass Moroder und seine Errungenschaften als Ausgangspunkt für die Untersuchung einiger grundlegender Veränderungen in der Musikindustrie dienen könnten, die ungefähr im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts ihren Anfang fanden.
Die Konferenz zielt auch darauf ab, aus soziolinguistischer, semiotischer und kulturgeschichtlicher Perspektive die Prozesse der Konstruktion, Neudefinition und Repräsentation der sprachlichen Identität von Künstler*innen zu untersuchen, die sprachlichen Minderheiten angehören, wie z. B. Ladiner*innen, die in Migrationskontexten leben und arbeiten. Besonderes Augenmerk wird auf die Dynamik von Identitäts-, Sprach- und Kulturverhandlungen gelegt, die ihre künstlerische und berufliche Laufbahn geprägt haben. Erwünscht sind Beiträge, die auf theoretischen und vergleichenden Ansätzen beruhen und darauf abzielen, den Zusammenhang zwischen sprachlichen Minderheiten, geografischer Mobilität und künstlerischer Produktion sowohl aus diachroner als auch aus synchroner Perspektive zu analysieren.
Der Tagungsort in Moroders Heimatland bietet die Möglichkeit, lokale Organisationen wie die Direktion für Ladinische Bildung und Kultur einzubeziehen und den Werdegang des Künstlers aus Scurcià, Urtijëi, nachzuvollziehen, der vor allem seit den 1960er Jahren viele bekannte und auch weniger bekannte Persönlichkeiten aus dem Bereich Kultur und Unterhaltung geprägt hat. Der Organisationsausschuss bestehend aus der IASPM-Italia und der IASPM-D-A-CH schlagen eine Brücke über die Alpen und bilden damit metaphorisch eine dieser Routen nach.

Keynotes: Ewa Mazierska (University of Lancashire); Paul Théberge (Carleton University).

Guest Panellists: Mark J. Butler (Humboldt-Universität zu Berlin); Julin Lee (Hochschule für Musik und Theater München).

Weitere Keynotes, besondere Gäste und Nebenveranstaltungen werden in Kürze bekannt gegeben.


 

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